Wenn wir uns den 1. Mai in Salzburg anschauen, sehen wir seit Jahren immer dieselben Bilder: Wir sehen eine Demo, die sich „kämpferisch“ und „laut“ geben möchte, und dabei doch jedes Jahr dieselben alten Rituale, leeren Phrasen und ins Leere gehende Forderungen ausgräbt. Wir sehen eine KPÖ und SPÖ, die die Demo zunehmend vereinnahmt und zu einer Wahlkampfveranstaltung umgebaut hat. Durch die Umdeutung eines Kampftags der Arbeiterinnen zu einem Feiertag für die Arbeit wird am 1. Mai die Lohnarbeit im kapitalistischen System verherrlicht und von den sozialen Kämpfen der Arbeiternnen abgelenkt. Auch halten wir nichts von reformistischen Forderungen, die den Kapitalismus lediglich „ein bisschen besser“ machen wollen.
Wir wollen den Tag stattdessen dafür nutzen, uns gegen die Idealisierung von Arbeit zu stellen. Wir wollen zeigen, dass es auch in Salzburg selbstorganisierte, kapitalismus- und herrschaftskritische Initiativen und Bewegungen gibt, die sich jenseits von etablierten Parteie und reformistischen Gewerkschaften organisieren.
Kurz bevor die restliche Demo anfing die Internationale zu singen, haben wir uns darum entschieden, uns selbst die Straße zu nehmen und eine kleine Sponti durch die Innenstadt zu machen. Wir fordern die Abschaffung des kapitalistischen Ausbeutungssystems. Wir fordern eine gerechte Welt, in welcher sich alle nach ihren Fähigkeiten einbringen können, in ihren Bedürfnissen unterstützt werden und Krisen solidarisch gelöst werden.
